Das 9-Euro-Ticket braucht einen Nachfolger
Kolumne

Montag, 5. September 2022

Vergangene Woche endete neben dem Tankrabatt auch das auf drei Monate begrenzte 9-Euro-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Nach anfänglicher Skepsis bleibt festzuhalten, dass das 9-Euro-Ticket in vielerlei Hinsicht ein Erfolg war. Nicht umsonst sind die Rufe nach einem Nachfolgeticket so laut.

Das 9-Euro-Ticket hat viele Bürgerinnen und Bürger finanziell deutlich entlastet. Wie deutlich wird sichtbar, wenn man sich vor Augen führt, dass eine einfache Fahrt von Hanau nach Frankfurt derzeit 7,65 Euro kostet. Pendler konnten so eine dreistellige Summe im Monat sparen, die sie dafür an anderer Stelle zur Verfügung hatten.

Durch die bundesweite Gültigkeit wurde das Reisen deutlich vereinfacht. Wer einmal über verschiedene Tarifgebiete hinweg gereist ist und nicht einfach über eine App das passende Ticket gebucht hat, wird es zu schätzen gewusst haben, einfach in den Zug zu steigen.

Neben diesen praktischen Aspekten hat die Einführung des Tickets aber auch zu einer breiten Debatte und zu einigen Erkenntnissen geführt.

Es hat gezeigt, dass sich Menschen mit attraktiven Angeboten für den ÖPNV begeistern lassen, es hat aber auch gezeigt, dass dies dort weniger der Fall ist, wo es kaum oder nur schlechte Verbindungen gibt. Es ist klar, dass man nicht jeden Ort mit einer Verbindung im 10 Minuten Takt erreichen kann, aber ein besseres Angebot in der breite ist unumgänglich, um Menschen für den ÖPNV zu gewinnen.

Auf der Klausur der SPD-Bundestagsfraktion haben wir deshalb ein bundesweit gültiges Monatsticket zum Preis von 49€ bzw. 29€ für Schüler, Studenten, Auszubildende und Rentner beschlossen.

Kurzfristige Entlastungsmaßnahmen müssen aber auch diejenigen entlasten, für die der ÖPNV keine realistische Option ist. Direktzahlungen, gezielte Förderungen oder weitere Anpassungen der Pendlerpauschale sind hier denkbar.